Konzeption

Kindergarten & Familienzentrum St. Sixtus Werlte

Gliederung
1.0 Grundlagen
1.1 Vorwort
1.2 Grußwort des Trägers
1.3 Die Rolle der Erzieher/ innen
1.4 Unser Bild vom Kind
1.4.1 Die Bedeutung des Spiels
1.5 Raumgestaltung
1.6 Tagesgestaltung
2.0 Unsere pädagogische Arbeit
2.1 Bildungs – und Orientierungsplan
2.1.1 Emotionale Entwicklung und soziales Lernen
2.1.2 Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und der Freude am Lernen
2.1.3 Körper, Bewegung und Gesundheit
2.1.4 Sprache und Sprechen
2.1.5 Lebenspraktische Kompetenzen
2.1.6 Mathematisches Grundverständnis
2.1.7 Ästhetische Bildung
2.1.8 Natur und Lebenswelt
2.1.9 Ethische und religiöse Fragen, Grunderfahrungen menschlicher Existenz
2.2 Integration
2.2.1 …auf dem Weg zur Inklusion
2.3 Betreuung durch den Hort
2.4 Partizipation
2.5 Schulvorbereitung
3.0 Vernetzung
3.1 Kooperation Kindergarten – Grundschule
3.2 Zusammenarbeit mit den Eltern
3.3 Netzwerkarbeit
4.0 Anhang
4.1 Geschichte unseres Kindergartens
4.2 Das sind Wir
5. Literaturverzeichnis
5.1 Bücher
5.2 Zitate
5.3 Bilder

 

 

1.0 Grundlagen
 

1.0 Grundlagen

1.1 Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

unsere Kindertagesstätte St. Sixtus ist eine Einrichtung der katholischen Kirchengemeinde
St. Sixtus Werlte. Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit dem Träger und der Stadt Werlte.

Unsere Konzeption ist ein Spiegelbild unserer pädagogischen Arbeit die regelmäßig überprüft
und überarbeitet wird.

Ausgerichtet ist sie an den Vorgaben des Kindertagesstättengesetz ( KiTaG), dem
niedersächsischem Orientierungsplan und dem christlichen Menschenbild ( Leitbild siehe
Anhang)

Sie ist individuell ausgerichtet auf:
* unser Haus mit seinen Möglichkeiten,
* die Menschen, die hier mit Kindern arbeiten,
* die Eltern, die uns ihr Vertrauen schenken,
* und ganz besonders auf die Kinder,
– auf ihre Bedürfnisse,
– auf ihre Individualität,
– auf eine angemessene Entwicklungsbegleitung, und Unterstützung.

Die Konzeption wurde gemeinsam mit allen pädagogischen Fachkräften erarbeitet, sie ist eine
verbindliche Richtschnur und verpflichtet uns alle, in ihrem Sinne zu arbeiten.

Eine ständige Weiterbildung und Reflektion, sowie die verbindliche schriftliche Festlegung
unserer Arbeit im QM Einrichtungshandbuch (Caritasverband) sind für uns selbstverständlich
und Grundlage unseres pädagogischen Handelns.

Wir freuen uns, Ihnen im folgendem hoffentlich kurzweilig, informativ und interessant unsere
Einrichtung, unsere pädagogischen Schwerpunkte und Besonderheiten unserer Einrichtung
präsentieren zu können.

Für das Team des St. Sixtus Kindergarten
Annette Pupelis
Leiterin

1.2 Grußwort des Trägers

Kein Sonnenstrahl geht verloren.
Aber das Grün, das er weckt,
braucht Zeit zum Sprießen,
und dem Sämann ist nicht immer beschieden,
die Ernte mitzuerleben.
Alles wertvolle Wirken ist Tun im Glauben.

Albert Schweitzer

 

Der Kindergarten ist der Ort, an dem das Kind die ersten Schritte aus der Familie kommend
in die Öffentlichkeit wagt. In dieser Lebensphase lernt das Kind vieles aus eigenem Antrieb
und aus Freude am Tun selbst.

Der Lebensraum Kindergarten ermöglicht den Kindern, sich mit anderen Kindern und
Erwachsenen auseinander zu setzen, soziale Kontakte zu knüpfen und sich in der Begegnung
mit anderen selbst kennen zu lernen. Es geht im Kindergarten um Interaktion und
Kooperation, letztlich um Entwicklung.

Dies geschieht im Spiel, in Gesprächen und im gemeinsamen Erleben von
Alltagsgeschehnissen. Unsere pädagogische Konzeption schafft hierfür die nötigen
Rahmenbedingungen. Sie motiviert und schafft Identifikationsmöglichkeiten. Sie stärkt das
Profil, stiftet Einheit und schenkt Orientierung.

Ihnen als Eltern soll sie als Information über das pädagogische Angebot dienen.
Der Leitung und dem Team des Kindergartens St. Sixtus bin ich sehr dankbar für die
geleistete Arbeit und freue mich über das hohe Engagement.

M. Margaretha Schörl formuliert die Aufgabe der Erzieherin so: „Nichts formt ein Kind so
stark wie das Sein und Tun einer Erzieherin. Was die Erwachsenen tun, was ihre Person
ausstrahlt, das nehmen sie auf.“

Ich bin deshalb, den Mitarbeiterinnen und den Mitarbeitern des Kindergartens
St. Sixtus dankbar für ihre gelebte Grundhaltung gespeist aus einem christlichen
Menschenbild.

Pfarrer Josef Wilken

1.3 Die Rolle der Erzieher/ innen

Wir als Erzieher/innen leisten einen Beitrag, den uns anvertrauten Kindern eine gesunde
Selbstkompetenz mit auf den Lebensweg zu geben.
Die Rolle der Erzieher/innen ist daher sehr vielseitig:

 

Bei uns in der Einrichtung nehmen die Fachkräfte unterschiedlichste Rollen ein. In erster
Linie verstehen wir uns als Entwicklungsbegleiter/innen des Kindes. Durch eine einfühlsame
Zuwendung und reflektierende Beobachtung übernehmen wir die Rolle als impulsgebende
und unterstützende Begleitung der kindlichen Entwicklung. Um die Kinder in ihrem Tun und
in ihrer Entwicklung zu unterstützen, müssen sie von fürsorglichen und fachlich
kompetenten Erzieher/innen begleitet werden.

Um dieser verantwortungsvollen Aufgabe gerecht werden zu können
achten, beachten und beobachten wir das Kind.
Unser Ziel ist es, dass das Kind durch unsere alltägliche Begleitung, seine jetzige und
zukünftige Lebenswelt kennen lernt, versteht und begreift.

1.4 Unser Bild vom Kind

1.4.1 Die Bedeutung des Spiels

„Ich will jetzt aber noch weiterspielen…“

Diese Bedürfnisäußerung der Kinder nehmen wir sehr ernst und setzen uns damit
auseinander. Aus diesem Grund ist das Spiel ein Schwerpunkt unserer Arbeit und nimmt
einen großen Stellenwert im Tagesablauf ein.

Die Fähigkeit zum Spielen ist nicht angeboren, sondern jedes Kind muss durch Eindrücke und
Vorbilder lernen, spielen zu können. Die Kinder entscheiden während des Freispielens

  • mit wem und womit sie spielen,
  • wo und was sie spielen,
  • und wie lange sie spielen.

Diese Entscheidungsfreude unterstützen wir gezielt durch das Anbieten unterschiedlicher
Räume und Spielbereiche. Nicht zuletzt bietet das eigene Gruppenzimmer vielfältige
Möglichkeiten und Anregungen.

Das Spiel bedeutet aber noch viel mehr:

  • Es ist die Grundlage für die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes.
    (Förderung von Basisfähigkeiten, wie Merkfähigkeiten, Konzentration und Ausdauer)
  • Es dient als Verarbeitungshilfe für die Eindrücke des täglichen Lebens und dem sozialen Lernen. (Werte, Normen des Miteinander)
  • Es ist die Grundlage für ein schulisches Lernen und für die berufliche Entwicklung – also die intensive Form der Schulvorbereitung.

Spielfähigkeit führt zur Schulfähigkeit!

1.5 Raumgestaltung

Für das Kind ist es wichtig, sich mit den Räumen unseres Kindergartens identifizieren zu
können. „Die Ausstattung in der Einrichtung soll so gestaltet sein, dass sie zu selbstaktiven
Handeln, zum Bewegen, zur Gestaltung von Beziehungen, zu konzentrieren Arbeiten und zur
Muße einlädt.“ 1
Nach den folgenden Aspekten haben wir unsere Räume eingerichtet:

Unsere Räume und die Auswahl der Spielmaterialien sind so gestaltet, dass das Kind zum
kreativen Denken und Handeln angeregt wird. Das Kind wird eingeladen nach seinen eigenen
Vorstellungen etwas zu gestalten, zu formen oder zu bauen. Ihm wird dadurch ermöglicht,
sich spielend mit der Welt und seinen Erfahrungen auseinander zu setzen. Durch diesen
Prozess lernt das Kind die Welt zu begreifen!


1 Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtung für
Kinder Seite 38 Absatz 1

1.6 Tagesgestaltung

In der Tagesgestaltung achten wir auf feste Strukturen. Die immer wiederkehrenden Rituale geben dem Kind Sicherheit, Orientierung und Geborgenheit

Bei uns im Kindergarten findet eine gruppeninterne Arbeit statt. Je nach Bedarf (Feste, Bedürfnisse, Interessen der Kinder) wird auch gruppenübergreifend gearbeitet.

 

 

 

 

 

2.0 Unsere pädagogische Arbeit

2.0 Unsere pädagogische Arbeit

2.1 Bildungs – und Orientierungsplan

2.1.1 Emotionale Entwicklung und soziales Lernen

„Emotionale Kompetenz bedeutet, sich seiner Gefühle bewusst zu sein und diese ausdrücken zu können. Dies heißt auch, gegeben falls Gefühle zu regulieren sowie mit negativen Gefühlen und Stresssituationen umgehen zu können.

Die Fähigkeit, Gefühle bei anderen wahrzunehmen und zu verstehen ist ein weiteres Merkmal emotionaler Kompetenz.“²

Ein soziales Verhalten setzt emotionale Kompetenz voraus.

„Damit ist die Fähigkeit gemeint, das soziale Miteinander selbstbewusst und gleichzeitig einfühlsam
zu gestalten.“³

Wir bieten den Kindern eine positive wertschätzende Atmosphäre und vermitteln ihnen so Verlässlichkeit und Sicherheit im Umgang mit den Gefühlen.

Die Stärkung der kindlichen Lebensfreude hat oberste Priorität.

Umsetzung im Alltag

• strukturierter Tagesablauf mit festen Regeln und Ritualen
• Förderung zur Selbstständigkeit
• eigene Entscheidungen treffen
• Tisch decken bzw. Frühstück vorbereiten
• aufräumen
• an- und ausziehen
• Anregung zur selbstständigen Konfliktlösung
• voneinander Lernen
• die Erzieher/innen als Bezugsperson und Vorbild erleben
• Lob
• positive Bestärkung
• trösten
• Körperkontakt
• Kinderkonferenz (Partizipation)
• Kinderliteratur


2 Niedersächsischer Orientierungsplan S. 14 Spalte 3
3 Niedersächsischer Orientierungsplan S. 15 Spalte 1

2.1.2 Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und der Freude am Lernen

„Die Förderung kognitiver Fähigkeiten im Elementarbereich wurde in der Vergangenheit häufig verwechselt mit einer Vorverlegung schulischen Wissenserwerbs und schulischen Unterrichts in der Tageseinrichtung für Kinder.“ 4

„Grundlage kognitiven Lernens ist eine differenzierte Wahrnehmung: Bereits kleinste Kinder sollten viele Gelegenheiten vorfinden sich zu bewegen und all ihre Sinne zu nutzen, um sich die Welt zu erschließen.“5

Jedes Kind kommt grundsätzlich neugierig auf die Welt, so dass man sagen kann:

Neugier ist der Motor zur Entwicklung

Wir geben den Kindern die Gelegenheiten ihre Umwelt mit allen Sinnen zu erfahren und die Möglichkeit durch Versuch und Irrtum zu lernen.

Die natürliche Neugier veranlasst das Kind mit Gegenständen zu hantieren, Materialen auszuprobieren und Spielsituationen zu erleben.

Umsetzung im Alltag

Die Förderung der kognitiven Fähigkeiten sehen wir als einen allumfassenden Prozess, der mit den sozialen, emotionalen und motorischen Fähigkeiten des Kindes sehr eng verbunden ist.

Aus diesem Grund achten wir auf:

  • das Erlangen eines positiven Selbstbildes
  • schaffen einer fehlerfreundlichen Atmosphäre
  • steigern des Selbstwertgefühles
  • bei Herausforderungen bestärken und unterstützen
  • Anregung zur selbstständigen Konfliktlösung
  • die Förderung der Kreativität
  • die Förderung des Gedächtnisses
    o Spiele, Lieder, Reime
    o Grundwissen erweitern
    o Begriffsbildung
  • das Erlangen mathematischer Vorläuferfähigkeiten
    o Mengen
    o Größen
    o Formen
    o Experimente durchführen

4 Niedersächsischer Orientierungsplan S. 16 Spalte 1
5 Niedersächsischer Orientierungsplan S. 16 Spalte 2

2.1.3 Körper, Bewegung und Gesundheit

“Bewegung ist das Tor zum Lernen und hat somit eine Schlüsselfunktion für die Entwicklung des Kindes.” 6

Damit die Kinder sich körperlich und geistig weiterentwickeln können, brauchen sie tagtäglich vielfältige Bewegungserfahrungen als Anreize.

Wenn Kinder aktiv die Welt erobern und erforschen können, fühlen sie sich wohl und erleben sich voller Selbstvertrauen, kraftvoll und stark

„Ebenfalls beinhaltet die Förderung von Bewegung und Gesundheit auch eine Orientierungshilfe in Hygiene und Ernährungsfragen.“ 7

Wir vermitteln den Kindern, dass wir ihre Bedürfnisse und Gefühle beachten und ernst nehmen. Aus diesem Grund ist es uns wichtig, dass die Kinder ein gutes Körpergefühl erlangen. Sie sollen sich und ihren Körper kennen, sich einschätzen und auch nein sagen bzw. sich wehren können.

Dabei sind wir offen für Fragen der Kinder rund um das Thema Sexualität und ihren Körper. In altersangemessener Form sprechen wir mit ihnen über diese Themen. Wir achten und beachten den Kinderschutz.

Umsetzung im Alltag


6 Vgl. Niedersächsischer Orientierungsplan S. 18 Absatz 1
7 Vgl. Niedersächsischer Orientierungsplan S. 19 Absatz 6

2.1.4 Sprache und Sprechen

„Ein Wort, das ein Kind nicht kennt, ist ein Gedanke, den es nicht denken kann.“ 8

Um unseren Gefühlen, Bedürfnissen, Wünschen und Wissen zu äußern, müssen wir kommunizieren. Wir können uns über Zeichen, Töne, Bilder, Gestik und Mimik mitteilen. Das wichtigste Mittel ist jedoch die Sprache. Das Erlernen ist somit einer der größten Aufgaben und Leistungen kleiner Kinder.

Sprachliche Bildung ist ein kontinuierlicher Prozess, der nie abgeschlossen ist. Er umfasst sowohl das Sprachverständnis, als auch die Sprechfähigkeit. Daher ist es das wichtigste Ziel, bei den Kindern die Freude am Sprechen zu wecken bzw. zu erhalten, ihnen die Möglichkeit
und die nötige Zeit zu lassen sich selbst zu äußern, das Kind nicht zu verbessern und dabei ernst zu nehmen.

„Kinder mit einer anderen Erstsprache müssen die Chance erhalten, die deutsche Sprache zu erlernen, sodass sie sich auf Deutsch verständigen können. Die Zweitsprache wird nicht wie die Muttersprache quasi von selbst erworben, sondern die Kinder bedürfen hierbei eine besondere Unterstützung.“ 9

Alltagsintegrierte Sprachbildung ist ein durchgängiges Prinzip. Sie zieht sich durch den ganzen Tag, durch alle Bereiche und alle Räume. Sie begleiten uns, indem wir Erzieher/innen immer bewusst versuchen dem Kind viele Möglichkeiten zu geben, mit uns oder anderen in einen Dialog zu treten.

Durch die Teilnahme an dem Bundesprogramm „Sprach-Kita – weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ hat die alltagsintegrierte Sprachbildung einen hohen Stellenwert bei uns im Haus. Die für dieses Projekt zu unserem Team gehörende Sprachexpertin unterstützt uns in der alltagsintegrierten sprachlichen Bildungsarbeit. Zu ihren Aufgaben gehören auch die Beratung, Begleitung und fachliche Unterstützung der zu unserem amilienzentrum
angegliederten Kindergärten der Samtgemeinde Werlte.

Umsetzung im Alltag

  • musikalische und rhythmische Formen
    o Lieder
    o Singspiele
    o Klangspiele
    o Bewegungsspiele
    • Fingerspiele und Reime
  • Gebete
  • Bilderbuchbetrachtung; Geschichten erfinden
  • Kinderkonferenz (Meinungsäußerungen)
  • arbeiten mit Bildkarten, Symbolen, Fotos
  • Tischgespräche z.B. beim Frühstück
  • sprachliche Begleitung im Alltag
  • Kommunikation im Rollenspielbereich
  • Experimente- Was? Wäre? Wenn?
  • Führen der Portfolio Mappe – wichtige Erlebnisse werden verschriftlicht

8 Wolfgang Maier
9 Niedersächsischer Orientierungsplan S. 20 Absatz 6

2.1.5 Lebenspraktische Kompetenzen

„Selbstständigkeit und die Sicherheit, alltägliche lebenspraktische Herausforderungen – altersgemäß- gut zu bewältigen, sind gute Voraussetzungen für selbsttätiges Lernen und Stärken das Selbstbewusstsein der Kinder.“10

Im Kindergarten werden alltägliche Aufgaben von den Kindern erledigt. Denn der Wunsch etwas alleine tun zu dürfen, ist für alle Kinder ein besonderer Entwicklungs- und Lernanreiz.

Wir ermöglichen den Kindern sich selbst auszuprobieren und unterstützen sie in ihrer Entwicklung Verantwortung zu übernehmen.

„Erzähle es mir – und ich werde es vergessen.
Zeige es mir – und ich werde mich erinnern.
Lass es mich tun – und ich werde es behalten!“ 11


10 Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtung für Kinder – Seite 23 Absatz 4
11 Konfuzius

2.1.6 Mathematisches Grundverständnis

„Die Bildung des mathematischen Grundverständnisses umschließt die Bereiche der räumlichen Orientierung, der Farb-, Form- und Größenwahrnehmung. Das Verständnis von Mengen- und Größenunterschieden sowie der Mengenerfassung gehören ebenso dazu wie das Zahlenverständnis im Zahlenraum 1 bis 10. Direkt mit der Ausbildung des mathematischen Zeitverständnisses, das Erkennen und Benennen von Würfelbildern sowie die Begriffsbildung von: messen, vergleichen, ordnen, Struktur und Menge.“ 12

Umsetzung im Alltag

  • • Begriffe wie:
    o mehr- weniger
    o oben- unten
    o groß- klein
    o Ecke- Mitte
    o vor- hinten- neben
  • „Wie oft muss ich noch schlafen, bis ich Geburtstag habe?“
  • beim Tisch decken (zählen wie viele Teller, Tassen, Besteck)
  • Orientierung im Kindergarten und Spielplatz
  • zählen von Personen/ Dingen
  • umfüllen von Mengen
  • erkennen von Würfelbildern
  • Größen erkennen (Wie groß bin ich?)
  • zuordnen von Gegenständen (aufräumen, sortieren, Müll trennen)
  • Farben und Form erkennen
  • wiegen und messen
  • Reihenfolge erfassen und weiterführen
  • Abzählreime
  • Silbentrennung
  • Konstruktionsmaterial

Voraussetzungen für den Erwerb eines mathematischen Grundverständnisses ist die sprachliche Bildung.


12 QM Handbuch Kapitel C4.02 Mathematisches Grundverständnis

2.1.7 Ästhetische Bildung

„Ästhetik umfasst alles sinnliche Wahrnehmen und Empfinden. Von Beginn an nimmt ein Kind durch Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören, und Sehen Kontakt mit seiner Umwelt auf, und zwar mit der Gesamtheit seiner Sinne. Ästhetische Erfahrungen sind authentisch, sie können nicht aus zweiter Hand bezogen werden. Sie bilden eine Grundlage für den Aufbau kognitiver Strukturen“ 13

Ästhetische Bildung findet zu jeder Zeit, in jedem Raum, in jeder Situation, statt.

„Dabei steht das Tun im Mittelpunkt und nicht das fertig gestaltet Produkt.“14

Umsetzung im Alltag


13 Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtung für Kinder – Seite 26 Absatz 1 & 2
14 Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtung für Kinder – Seite 26 Absatz 4

2.1.8 Natur und Lebenswelt

Die Begegnung mit der Natur in den unterschiedlichen Erscheinungsformen erweitert und bereichert den Erfahrungsschatz der Kinder. Hierbei haben sie die Chance mit den verschiedenen Materialien und der Natur selbstständig zu experimentieren. Auf diese Weise erlangen die Kinder ein naturwissenschaftliches Grundverständnis.

Umsetzung im Alltag

2.1.9 Ethische und religiöse Fragen, Grunderfahrungen menschlicher Existenz

„Kinder brauchen, um eine Orientierung im Leben zu finden, die Auseinandersetzung mit religiösen und weltanschaulichen Fragen und Traditionen.“ 15

Unser Kindergarten ist Teil der katholischen Kirchengemeinde St Sixtus.

Kinder anderer Religionen oder ohne Konfession sind bei uns Herzlich Willkommen!

Unser Ziel ist es, den Kindern religiöse Grunderfahrungen zu vermitteln und die vorhandenen religiösen Erfahrungen aus den Familien der Kinder aufzugreifen und zu vertiefen.

Wir bieten die Möglichkeit, den Glauben lebendig zu erfahren und dessen Bezug für das
eigene Leben zu entdecken.

Umsetzung im Alltag

  • Geschichten aus der Bibel und Anlässe im kirchlichen Jahreskreis durch Bilderbücher, Feste, Rollenspiele, Wortgottesdienste den Kindern verständlich nahebringen
  • die Bildersprache der Bibel durch das darstellende Spiel, Bastelangebote, Gebete und Lieder mit dem Leben in Verbindung zu bringen und zu vertiefen
  • den Sinn und die Gestik von Ritualen
    o das Kreuzzeichen zu entschlüsseln
    o das tägliche Gebet im Gruppenalltag
  • Kennenlernen anderer Kulturen und Glaubensrichtungen
  • Zusammenarbeit mit Pastor und den Gemeindereferenten,
  • Auseinandersetzung mit Trauer, Angst und Wut
  • Befassen mit den existentiellen Fragen der Kinder
    o „Warum ist Oma krank?“

15 Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtung für Kinder – Seite 31 Absatz 2

2.2 Integration

„Jeder profitiert von jedem!
Jeder lernt von jedem,
jeder ist willkommen,
egal welcher Glaube,
welcher Herkunft,
welches Aussehen.
Jedes Kind ist toll so wie es ist!“

In den Gruppen unserer Kindertagesstätte werden Kinder mit vielfältigen Bedürfnissen und unterschiedlichen Voraussetzungen betreut.

Bei uns ist jedes Kind einzigartig. Es hat ein Recht auf Achtung, Wohlergehen, Entfaltung seiner Persönlichkeit und auf vielfältige Entwicklungschancen.

Alle Kinder sind gleich und bekommen unabhängig von individuellen Fähigkeiten und sozialer Herkunft die Chance, miteinander und voneinander zu lernen. Wir schätzen den Wert der Vielfalt, den die Kinder und deren Familien mitbringen, und achten darauf, dass niemand diskriminiert oder ausgeschlossen wird.

In unserer Einrichtung gibt es zudem zwei Integrationsgruppen. In diesen werden 18 Kinder betreut, die durch pädagogische und heilpädagogische Fachkräfte begleitet werden.

Die Zusammenarbeit von Kindern, Eltern und Pädagogen in diesem kleineren Gruppenrahmen unterstützt insbesondere die

  • soziale Eingliederung,
  • den Abbau von Ängsten und Vorurteilen,
  • die pädagogischen- und heilpädagogischen Spiel- und Förderangebote
  • und hilft die Ressourcen und Kompetenzen der Kinder in den Vordergrund zu stellen.

Zum Wohle der Kinder legen wir einen großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den Therapiezentren und heilpädagogischen Einrichtungen. Wir stellen der Frühförderstelle vom St. Lukas Heim in Papenburg unsere Räumlichkeiten, für die Förderungen in kleinen Gruppen, zur Verfügung. Hierbei findet ein regelmäßiger Austausch zwischen Therapeuten, pädagogischen Personal und Eltern über die Entwicklung des Kindes statt.

Integration ist ein Teil unserer täglichen Bildungs- und Erziehungsarbeit.

2.2.1 …auf dem Weg zur Inklusion

Unsere Einrichtung ist ein Ort der Begegnungsstätte. Wir ermöglichen ein Zusammenleben
von Familien und Kindern, die sich aufgrund

  • ihres Geschlechtes,
  • ihrer Herkunft
  • ihrer körperlichen
  • ihrer kognitiven
  • ihrer sprachlichen
  • ihrer kulturellen
  • ihrer sozialen und emotionalen Voraussetzungen voneinander unterscheiden.

Das gemeinsame Leben und Lernen unter diesen Aspekten bietet Kindern vielfältige Möglichkeiten, Beziehungen einzugehen und soziale Kompetenzen zu stärken.

Auf dem Weg zur inklusiven Arbeit setzen wir uns mit der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung auseinander.

Als Grundlage unserer inklusiven pädagogischen Arbeit sehen wir die Auseinandersetzung mit der eigenen Wert- und Normvorstellung. Genauso von Bedeutung ist die Erarbeitung der Werte und Normen von fremden/anderen Kulturen bzw. Religionen.

Um die Qualität unserer Arbeit zu sichern, nimmt das pädagogische Personal an Fortbildungen zur inklusiven Pädagogik teil.

„Eine inklusive Pädagogik ermutigt Kindern und Erwachsene, Vorurteile, Diskriminierung und Benachteiligung kritisch zu hinterfragen sowie eigene Gedanken und Gefühle zu artikulieren. Dies bedeutet, sowohl den Gemeinsamkeiten und Stärken von Kindern Aufmerksamkeiten zu schenken als auch Vielfalt zu thematisieren und wertzuschätzen.“16

Umsetzung im Alltag

  • symbolische Darstellung der Herkunftsländer
  • Erarbeitung der Kulturen und Religionen
  • Bildkarte in Mehrsprachigkeit
  • Interkulturelle Angebote in einem kleinen Rahmen

16 Bundesprogramm Sprach Kita – Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist! Stand 29.08.2017 http://sprachkitas.fruehe-chancen.de/themen/inklusive-paedagogik/

2.3 Betreuung durch den Hort

Die Betreuung durch den Hort richtet sich an Kinder, die nach der Grundschule, sprich am Nachmittag betreut werden müssen.

Die drei Säulen (Aufgaben) des Hortes
• schulbegleitend
• freizeitgestaltend
• familienergänzend

„Vollständige und fehlerfreie Hausaufgaben sind nicht Ziel der Hausaufgabenbetreuung. Ziel ist es, den Kindern einen guten Rahmen zu bereiten.“17

Das Lesen und das Üben für anstehende Klassenarbeiten und die Schultaschenkontrolle obliegen in der Verantwortung der Eltern.


17 Fachwörterbuch für Erzieherinnen und pädagogische Fachkräfte, S. 154

2.4 Partizipation

Der Begriff „Partizipation“ bedeutet Mitbestimmung, Mitwirkung und Mitgestaltung. 18

Unter diesen Begriff versteht man die Einbeziehung und Beteiligung der Kinder im Kindergartenalltag.

Denn Bildung kann ohne die aktive Beteiligung von Kindern nicht gelingen. Durch die Mitbestimmung und Beteiligung fühlen sich die Kinder akzeptiert und ernst genommen.

Indem Kinder
• ernst genommen werden,
• diskutieren dürfen,
• Entscheidungen treffen,
• Vorschläge machen,
• Kompromisse erarbeiten
• Kritik äußern dürfen usw.
lernen sie viel und machen zahlreichen Erfahrungen.


18 Klein, M., 2006 S.7

2.5 Schulvorbereitung

Bei uns in der Einrichtung beginnt die Vorschularbeit nicht erst im letzten Jahr vor der Einschulung, sondern mit Beginn der Kindergartenzeit. Im Spiel und bei den pädagogischen Angeboten erlernen die Kinder die wichtigsten Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie für den Schulalltag benötigt. Wir haben uns aus diesem Grund ganz bewusst von einem Vorschulprogramm distanziert.

Einige Beispiele der Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sich Kinder im Spiel aneignen:

  • Konzentration
  • Sprache – sich mitteilen – Kommunikation
  • Einzelarbeit sowie Teamarbeit
  • Ausdauer
  • Frustrationstoleranz

Im letzten Kindergartenjahr erarbeiten wir mit den Vorschulkindern spezielle Angebote und Projekte. Die Kinder sollen sich in ihrer neuen Rolle als baldiges Schulkind wohlfühlen und gestärkt werden.

  • Schulmappe
    In spielerisch gestalteten „Schulstunden“ wird das Kind auf die Schulzeit vorbereitet.
  • Bib-fit
    Die Kinder besuchen mehrmals die örtliche Bücherei und erlernen das Verhalten in der Bücherei, sowie den Umgang mit den Büchern.
  • Abschied vom Kindergarten
    Die Kinder verabschieden sich mit einem Abschlussgottesdienst, einer Abschiedsfeier
    mit anschließender Übernachtung im Kindergarten.

 

3.0 Vernetzung
 

3.0 Vernetzung

3.1 Kooperation Kindergarten – Grundschule

Um den Kindern einen guten Übergang vom Kindergarten zur Schule zu ermöglichen, haben wir mit der Grundschule Werlte und den drei Kindergärten der Stadt Werlte an dem Projekt „Das letzte Kindergartenjahr als Brückenjahr zu Schule“ teilgenommen.

Im Vordergrund stand hier, den Kindern einen sanften Übergang zur Schule zu ermöglichen. Der hieraus entstandene Kooperationsplan sieht die untenstehenden Eckpunkte vor, damit die Kinder einen Einblick in das Schulleben bekommen.

Ihrem Kind sollen dadurch die Ängste und Unsicherheiten vor dem Schulbeginn genommen werden.

3.2 Zusammenarbeit mit den Eltern

Elternhaus und Familie legen entscheidende Grundlagen in der Entwicklung des Kindes!

Damit Kinder sich in einem neuen Lebensraum außerhalb des familiären Umfeldes wohl fühlen und zurechtfinden, ist eine wechselseitige Unterstützung zwischen Elternhaus und Kindergarten von großer Bedeutung.

Nur durch eine Erziehungspartnerschaft, die durch Offenheit und Akzeptanz geprägt ist, wird es möglich gemeinsam Erziehungs- und Bildungsprozesse anzuregen, die an den vorhandenen Erfahrungen der Kinder anknüpfen (gesetzliche Verpflichtung zur Zusammenarbeit)

Formen der Elternarbeit

3.3 Netzwerkarbeit

3.4 Unser Kindergarten als berufliche Anleitungs- und Ausbildungsstätte

Im Kindergartenjahr kommen Praktikanten/innen aus unterschiedlichen Schulen zu bestimmen Zeitpunkten zu uns. Dabei beschränken wir die Anzahl der Praktikumsplätze um eine qualifizierte Anleitung sicher zu stellen.

Das beinhaltet für uns:

  • das erworbene theoretische Wissen des Praktikanten/in in die Praxis umzusetzen
  • das Näherbringen des pädagogischen Alltages
  • reflektieren des Verhalten vom Praktikanten/in
  • Stärken und Schwächen der Praktikanten/in wahrnehmen um hieraus Entwicklungswege zu finden
  • bieten Entwicklungsanreize indem wir Praktikanten/in in unterschiedlichsten Teilbereichen Verantwortung übertragen
  • intensive Zusammenarbeit mit der Fachschule
  • bereitstellen aktueller Fachliteratur, und dazu fachliche Gespräche anzubieten
  • eine eigenständige Auseinandersetzung mit der Konzeption und wir legen Wert auf eine fachliche Diskussion

 

4.0 Anhang

4.0 Anhang

4.1 Geschichte unseres Kindergartens

4.2 Das sind Wir

Eingebettet zwischen Grund- und weiterführenden Schulen sowie Rathaus und Kirche liegt unser Kindergarten St. Sixtus in der Ortsmitte der Stadt Werlte. Die Kinder, die unseren Kindergarten besuchen, kommen aus Werlte und Bockholte.

In unseren Kindergarten St. Sixtus können wir bis zu 179 Kinder in 8 Gruppen betreuen. Wir bieten unterschiedlichste Betreuungsformen an.

Zu unserem Team gehören:

  • 20 sozialpädagogische Fachkräfte,
  • Zwei heilpädagogische Fachkräfte,
  • Vier Vertretungskräfte,
  • Eine Sprachförderkraft – Projekt Sprach-Kita,
  • Eine hauswirtschaftliche Kraft,
  • Fünf Raumpflegerinnen,
  • Ein Hausmeister.

Kontakt – so erreichen Sie uns:

Kindergarten und Familienzentrum St. Sixtus
Marktstraße 21
49757 Werlte
Telefon: 05951 1332
Telefax: 05951 990480
E-Mail: kiga@st-sixtus-werlte.de
Ansprechpartner: Annette Pupelis
Vertretung: Carina Böckmann

 

5. Literaturverzeichnis

5. Literaturverzeichnis

5.1 Bücher

  • Kultusministerium Niedersachen – Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtung für Kinder
  • Qualitätsmanagementhandbuch für katholische Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Osnabrück
  • Fachwörterbuch für Erzieherinnen & päd. Fachkräfte – Beltz Verlag

5.2 Zitate

  • W. Maier
  • Konfuzius

5.3 Bilder

  • Kindergarten St. Sixtus, Werlte